Erziehungskonzept PEP4Kids

Rückblick auf den ersten PEP4Kids Elternkurs:

Im PDF rechts können Sie den ganzen Text zum Kurs mit
unserer Sozialarbeiterin Frau Katharina Falk lesen!

Katharina Falk,
Sozialarbeiterin und PEP4kids Trainerin

Neuer PEP4Kids Elternkurs startet im Februar:

In dem nebenstehenden Flyer können Sie alle Details zu unserem neuen Elternkurs nachlesen.

Anmeldeschluss ist der 21.01.2019

                  PEP4Kids® - Das positive Erziehungs-Programm für Kinder


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder stehen im Laufe ihrer Entwicklung vor vielen Herausforderungen. Jeden Tag erlernen sie neue Fertigkeiten oder bauen sie aus. Sie üben sich im Umgang mit anderen Mitschülern und Lehrern, lernen eigene Wünsche und Gefühle und die der anderen wahrzunehmen und damit umzugehen. Sie lernen miteinander zu reden und auch Konflikte zu lösen. Geschieht dies anfangs noch unter Einfluss der Lehrer oder Erziehungsberechtigten müssen sie mit zunehmendem Alter aber mehr und mehr an Selbstständigkeit gewinnen, damit sie Aufgaben und Probleme selber lösen. Ziel ist es, dass sie ihr Leben zukünftig selbstständig gestalten, sich in der Gesellschaft zurechtfinden und gewinnbringend einbringen können. Doch wie können wir die Kinder bei dieser Vielzahl an Entwicklungsaufgaben unterstützen?

Wir als Immanuel-Schule haben uns für das positive Erziehungsprogramm von PEP4Kids® entschieden. PEP ist ein positives Erziehungs-Programm für Eltern, um die eigenen Erziehungsfertigkeiten zu fördern. Das Programm beruht auf Prinzipien und Methoden, die sich in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen (z.B. THOP, Starke Eltern Starke Kinder, Triple P oder Familienkonferenz) als wirkungsvoll erwiesen haben. PEP4Kids® ist positiv. Es unterstützt Eltern aktiv Erziehungsziele zu erreichen und gibt auch Unterstützung im Umgang mit Problemverhalten für Eltern und Kinder. Dabei ist es kein Rezeptschrank, der auf jedes Problem einen fertigen Lösungsvorschlag bereithält. Es setzt an den Ressourcen der Eltern und Kinder an.

Der Grundsatz dieses Programms lautet „ Erst Beziehung - dann Erziehung“. PEP4Kids® setzt somit die positive Beziehung an den Anfang. Schon lange ist wissenschaftlich erwiesen, und diese Erfahrung haben wir auch im Schulalltag gemacht, dass jedwede Erziehung nur dann gelingt, wenn eine gute und solide Beziehung zu den Kindern vorhanden ist, in der die Kinder die Gewissheit haben, einen festen Rückhalt in uns zu haben. Ist diese Grundlage in der Erziehung vorhanden, so ist ein konstruktives elterliches und pädagogisches Handeln auch in Problemsituationen möglich.

Ziel des gesamten Konzeptes ist es, die Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie zu selbstständigen und eigenverantwortlich handelnden Erwachsenen zu erziehen.

Grundlage des PEP4Kids®  sind die folgenden sieben Basics wirksamer Elternschaft bzw. wirksamer pädagogischer Arbeit, die wir für den Schulalltag auch für uns übernommen haben.
 

  1. Bejahe deine Zuständigkeit als Mutter/ Vater/ Pädagogin/Pädagoge …
    Hier geht es um die Herzenshaltung zur Zuständigkeit für das Kind. Gerade dann, wenn Kinder Kräfte und Nerven schwer belasten, erscheint diese Entscheidung manchmal schwer. Deshalb ist es hilfreich, sich diese Zuständigkeit immer wieder bewusst zu machen. Egal was das Kind anstellt, bleiben wir doch dafür zuständig und lassen es das Kind auch spüren. Als pädagogisches Personal haben wir uns dafür entschieden, diese Zuständigkeit täglich zu bejahen, für die Kinder ansprechbar zu bleiben und ein verlässlicher Partner zu sein, auch wenn das Kind das noch lernen muss.

  2. Fördere positive Beziehungen in der Familie/ Klasse/ Schule
    Ob ein gemeinsames Arbeiten oder Leben als positiv wahrgenommen wird, hängt von der Qualität der Beziehungen ab. Wir wollen positive Beziehungen fördern, damit die Klasse ein starkes Team wird. Wir tun das durch regelmäßige Andachten, Gesprächs- und Morgenkreise, gemeinsame Spielzeiten, Ausflüge und geplante Aktionen. Aber auch kurze Begegnungen auf dem Flur, ein kurzes Lob oder ein aufmunterndes Wort zwischendurch, sind wichtig, denn positive Beziehungen entstehen durch häufige Begegnungen im Alltag, weniger durch lang andauernde Beziehungszeiten.

  3. Fördere Verbindlichkeit und sei konsequent
    Gute und stabile Beziehungen bedeuten nicht, dass den Kindern keinerlei Regeln für das gemeinsame Lernen gegeben werden. So wie problematische Beziehungen zu den Kindern eine Ursache für unerwünschtes Verhalten sein können, so kann auch inkonsequentes und planloses Verhalten dazu führen.
    Kinder sollen lernen die Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen, wenn sie klare Verhaltensregeln kennen und diese Regeln auch Konsequenzen nach sich ziehen.
    Sind Eltern/ Erziehungsberechtigte/ Pädagogen klar in ihren Anweisungen und Regeln und dabei konsequent, bietet das den Kindern Sicherheit. Sie erhalten einen Rahmen, in dem sie sich entfalten können.
    Wir wollen konsequent sein, indem wir jeden positiven Fortschritt wahrnehmen und loben, aber auch indem wir das Einhalten von gemeinsamen Regeln erwarten.

  4. Lebe deine Wertvorstellungen/ deinen Glauben
    Kinder stellen Lebensfragen. Wir wollen offen sein, mit ihnen über ihre Fragen, aber auch über unsere Wert- und Moralvorstellungen zu sprechen. Dies hilft ihnen, eigene Antworten auf Fragen, die sie beschäftigen zu finden und eigene Wertvorstellungen zu entwickeln. Durch regelmäßige Andachten, gemeinsame Feierlichkeiten, aber auch durch unser persönliches Auftreten geben wir ihnen Gelegenheit, sich mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen, damit sie eigenständig eine Position dazu finden können.

  5. Achte auf dich selbst
    Keinem Kind ist damit geholfen, wenn die Eltern/ Erziehungsberechtigte/ Pädagogen dauerhaft über die eigenen Kräfte leben. Deshalb müssen wir alle auch auf die eigenen Bedürfnisse nach Zeit, Erholung, Rückzug, Geselligkeit etc. achten. Alle bezieht auch die Kinder mit ein, denn der Schulalltag fordert manchmal viel von ihnen ab und auch unsere Kinder benötigen Zeiten ohne Ansprüche und ohne Programm, Frei(e)-Zeit im wahrsten Sinne des Wortes.

  6. Sorge für eine sichere Bewältigung des Alltags
    Insbesondere kleine Kinder brauchen eine sichere Umgebung zum Spielen. Doch brauchen sie auch die Möglichkeit, an Selbstständigkeit zu gewinnen. Um sie nicht über zu behüten,  ist es wichtig für eine sichere Umgebung zu sorgen, in der Kinder die Möglichkeit haben, auf Entdeckungsreise zu gehen, ohne  ständig zu hören "pass auf", "lass das", "das ist zu gefährlich".  Eine sichere Umgebung entlastet beide Seiten.

  7. Bleibe realistisch
    Sich für die Erziehung Ziele zu setzen, sowohl für unser Verhalten, als auch für das der Kinder, ist gut. Dennoch ist es wichtig realistisch zu bleiben. Ein Erstklässler muss noch nicht das Abitur ablegen, sollte aber täglich 20 Minuten Hausaufgaben bewältigen können. Realistische Erwartungen führen zum Erlernen von guten Verhaltensweisen, vor allem, wenn gemeinsam mit den Kindern die erfüllte Erwartung positiv gewürdigt wird. Z. B. so, „Super, dass du diese Woche jeden Tag deine Hausaufgaben zügig gemacht hast. Das hat mich echt entspannt, so dass wir jetzt etwas Schönes zusammen machen können. Wollen wir zusammen ein Eis essen?

    Quelle: Joachim E. Lask, PEP4Kids - Das Positive Erziehungs-Programm für Kinder zwischen
                                             2  und 12
    , Brunnen Verlag, 2016 (Neuauflage)

    Auch für Teenager gibt es ein vergleichbares Programm:
                      Wilfried Veeser, PEP4Teens - Das Positive Erziehungs-Programm für Eltern mit
                                             Kindern zwischen  12 und 17,
    Brunnen Verlag, 2014